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Verschiedene Ansichten diskutiert - Tagung in Osnabrück zum Nah-Ost-Konflikt Drucken

OSNABRÜCK. „Wem gehört das Heilige Land?“ ist Titel und auch allumfassende Fragestellung der Tagung zum Nahost-Konflikt, die von der Deutsch-Israelischen- und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft Osnabrück zusammen mit der Volkshochschule Osnabrück organisiert wurde.

Die Tagung galt als Experiment. Fachleute beider Seiten stellten den Nahost-Konflikt jeweils aus ihrer Perspektive dar. Die Themen „Flüchtlingsfragen und Vertreibung“, „Terror und Sicherheit“, „Gegenseitige Abhängigkeit und Ressourcen“, „Siedlungspolitik“, „Zwei Staaten – eine Lösung? Welche Bedingungen müssen von der Gegenseite erfüllt werden?“ wurden in getrennten Räumen vermittelt und am Ende der Tagung im Saal der Volkshochschule gemeinsam diskutiert. „In den Vorträgen soll sachliche Information weitergegeben werden. Übertriebene Meinungsbekundung ist unerwünscht. Niemand soll bekehrt werden“, erklärte Prof. Reinhold Mokrosch, zweiter Vorsitzender der Deutsch-Israelischen- und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft Osnabrück und Mitinitiator der Tagung.

In ihren jeweils rund zwanzigminütigen Vorträgen berichteten Referenten mit sehr unterschiedlichen Sichtweisen. Dazu gehörte unter anderem Nazih Musharbash, der erste Vorsitzende der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, und auf der Gegenseite Erhard Michel, der als erster Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft die Ansicht Israels vertrat.

Viele Besucher kamen einfach aus reinem Interesse an der brisanten Thematik. Tagungsteilnehmerin Janine Niehues beschäftigt sich schon länger mit dem Nah-Ost-Konflikt. Sie schrieb ihre Bachelorarbeit zum Thema „Siedlungspolitik im Westjordanland“ an der Universität Oldenburg, absolviert jetzt ihren Master an der Universität Osnabrück und plant, danach bei einer NGO zu arbeiten. „Die Tagung erinnert mich an die Uni-Seminare, aber hier ist die Beteiligung sehr viel besser“, verglich sie lächelnd.

Juliane Großmann besuchte die Tagung zusammen mit ihrer Mutter Ingrid. Im Frühling letzten Jahres nahmen die beiden Osnabrückerinnen an einer Pilgerfahrt nach Israel und Palästina teil. „Für mich war es ein Lebenstraum, dorthin zu fahren und die biblischen Orte kennen zu lernen“, berichtete Ingrid Großmann in der Tagungspause. In der Nähe von Bethlehem lernten sie Daoud Nassar kennen. Er ist gebürtiger Palästinenser, Christ und Leiter des Friedensprojekts „Tent of Nations“. Nasser bewirtschaftet einen Weinberg, den er gegen die israelische Siedlungspolitik verteidigen muss. Seit Langem befindet er sich im Rechtsstreit mit den Israelis, bemüht sich aber mit seinem Projekt um friedliche Völkerverständigung. „Diese Begegnung hat mich sehr berührt“, so Juliane Großmann.

Beide Seiten seien sich einig, dass sich Flüchtlings- und Siedlungsfragen regeln ließen, resümierte auch Mokrosch schließlich aus den vielen Vorträgen und Diskussionen. Wichtig sei vor allem, dass die Sicherheitsbedürfnisse auf beiden Seiten – israelischer und palästinensischer – ernst genommen werden.

Neue Osnabrücker Zeitung 31.05.2011

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