Palästina Journal
Home
Hintergrundberichte
Kommentare
Stellungnahmen
Aufrufe
Zahlen & Fakten
Buchtipps
Features & Interviews
Palästina-Journal (PDF)
DPG
Über uns
Kontakt
Regionalgruppen
Mitglied werden
Impressum
Services
Veranstaltungskalender
Info-Service
Gästebuch
Links
 
Visum des Anglikanischen Bischof von Jerusalem widerrufen Drucken

Bischof Suheil Dawani, geboren in Nablus, gilt als Ausländer, obwohl die anglikanische Kathedrale und Diözese in Ost-Jerusalem sind. Ohne Visum könnte er theoretisch zu jeder Zeit verhaftet und abgeschoben werden. Eingereichte Widersprüche beim Verwaltungsgericht könnten negative Reaktionen bei der Regierung veranlassen.

Jerusalem (AsiaNews) - Israels Innenministerium hat die Genehmigung für den anglikanischen Bischof in Jerusalem, Suheil Dawani, in Jerusalem zu leben, aufgehoben und alle Bitten und Proteste der anglikanischen Behörden im Westen und speziell aus den Vereinigten Staaten abgeschlagen.
Der Bischof ist Bürger des Heiligen Landes und hat die meiste Zeit seines Lebens und Wirkens hier verbracht, aber nicht die Staatsangehörigkeit oder die Aufenthaltsberechtigung für Israel erhalten, da er in Nablus, d.h. in der Westbank geboren wurde, die seit 1967 besetzt, aber von Israel nicht annektiert wurde.

Ost-Jerusalem, wo sich die anglikanische Kathedrale und der Sitz der Diözese befinden, ist im Gegensatz auch gleichzeitig besetzt, aber von Israel annektiert und wird als Teil seines Staatsgebiets betrachtet (obwohl kein anderes Land der Welt diese Annexion anerkennt).
Deshalb wird Bischof Dawani von Israel als Ausländer betrachtet, der dort nicht leben, aber nur Besuche in Ost-Jerusalem abstatten darf, mit einer besonderen Genehmigung, die die israelischen Behörden nach eigenem Ermessen gewähren oder verweigern können.

Fakt ist, sogar die ursprünglichen palästinensischen Bewohner Ost-Jerusalems und deren Nachkommen werden von Israel als Ausländer angesehen, die nicht anders als Besitzer einer Aufenthaltserlaubnis sind, die Israel jederzeit widerrufen kann.

Da der Bischof seinen Posten ohne die Genehmigung in Jerusalem hat, könnte er zu jeder Zeit verhaftet, vor Gericht gestellt, als illegal angesehen, zu einer Haftstrafe verurteilt - oder einfach gewaltsam von Jerusalem deportiert werden.

Diese Situation erfüllt alle Kirchen im Heiligen Land mit tiefer Sorge. Aufgrund der repräsentativen Funktion der Kirchen im Heiligen Land, im Namen der weltweiten christlichen Gemeinschaften, und wegen der notwendigen Anwesenheit verschiedener Personen, kommt ein großer Teil der Bischöfe, Priester und Ordensleute aus dem Ausland um in Jerusalem zu dienen. 

Israel erlaubt ihnen nicht die Staatsangehörigkeit oder den legalen Aufenthalt zu erwerben, und sie können nur in israelischem Territorium auf Grund eines Visums bleiben, das jährlich oder alle zwei Jahre nach Ermessen der Regierung verlängert werden muss.

Bekanntlich wird seit Jahren öffentlich darüber berichtet, dass die Erteilung von Visa und Aufenthaltsgenehmigungen für katholische Geistliche und Ordensleute höchste Priorität bei den Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Israel hat – und das seit 1992 und ohne Ergebnisse bis jetzt. 

Insofern wird die Situation des anglikanischen Bischofs von allen Kirchen beobachtet.

Der Bischof hat seinen Fall vor ein israelisches Verwaltungsgericht gebracht, aber die Aussichten auf Erfolg sind alles andere als sicher.
Grundsätzlich ist die Regierung in ihrer Entscheidung frei, eine Genehmigung zu erteilen oder zu widerrufen und nicht verpflichtet, Gründe dafür zu nennen, es sei denn, es   ginge um essenzielle Staatsgründe.

Das Festhalten an einem gerichtlichen Urteil, könnte eine Option des Scheiterns bedeuten, da eine negative Entscheidung durch das Gericht (wahrscheinliches Ergebnis) die Regierung veranlassen könnte, das Urteil zu decken.

Es wäre besser für ihn, so eine andere Meinung, stattdessen auf die mitreißende öffentliche Meinung im Westen, im Namen der Religionsfreiheit und der natürlichen Gerechtigkeit zu setzten.

Die Zeit wird es zeigen.

Arieh Cohen 25.02.2011 in AsiaNews

< Zurück   Weiter >
 
Spendenaufruf
Veranstaltungskalender
24.05.17 -
50 Jahre israelische Besatzung in Palästina
06.06.17 -
Klavierspieler von Yarmouk
06.06.17 -
Gedichte und Lyrik von Mahmud Darwish
12.06.17 -
Antisemitismus und Antisemitismusdebatten - Reflexion statt Reflexe
KOPI - Online
Nakba-Ausstellung

© 2017 DPG e.V.