Erstaunliche Äußerung des israelischen Botschafters
Eine erstaunliche Äußerung des israelischen Botschafters in Deutschland am 24.10.08 im Interview im DLF, gegen 7:40h (www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/865406/):

"...ich weiß, dass es mehr Checkpoints gibt. Ich teile dieses Unbehagen mit den Palästinensern. Aber Sie müssen verstehen: Die meisten Israelis sind besorgt über Sicherheitsfragen. Das schwebt über allem anderen. Checkpoints sind für viele ein Zeichen der Erniedrigung, auch für uns ist das schmerzhaft. Aber wenn wir in Israel Sicherheit hätten, dann würde alles andere leichter. Siedlungen, Sicherheit, Checkpoints - das hängt alles zusammen. Letztendlich geht es um die Frage, ob die Palästinenser und die arabische Welt das Existenzrecht von Israel anerkennen. Damit müssen sich nicht nur die Politiker an den Verhandlungstischen befassen, darüber müssen alle Menschen im arabischen Raum nachdenken." Er spricht ausdrücklich von "mehr Checkpoints" und davon, dass dies ihm Unbehagen bereitet.  Lässt dies hoffen? Wir haben da unsere Zweifel. Warum? Wieder wird gefordert, die "Palästinenser und die arabische Welt" (gehören die Palästinenser nicht zur arabischen Welt?) sollen "das Existenzrecht von Israel anerkennen". Nun, das haben sie längst getan (s. dazu die Ausführungen von Jeff Halper, zitiert in http://www.palaestina-heute.de/uber_uns/Was_wir_gefragt_werden/Warum_keine_Anerkennung_Israel/warum_keine_anerkennung_israel.html ), während Israel ein Existenzrecht Palästinas nicht nur nicht anerkannt hat sondern durch sein Handeln (Siedlungsbau, Straßen nur für Israelis auf palästinensischem Territorium, Mauerbau auf palästinensischem Land, Inhaftierungen, Folterungen, gezielte Tötungen) ständig mehr verneint.  

Was nun allerdings der Hinweis auf "alle Menschen im arabischen Raum", die darüber nachdenken müssen, bedeutet, ist uns etwas schleierhaft. Sollen hier weitere Hürden aufgebaut werden, etwa der Art, dass es nicht genüge, dass die Regierungen Israels Existenzrecht anerkennen, sondern dass dies auch die Völker kundtun müssen?

Also: so freundlich und hoffnungsvoll das Interview stellenweise klang -- wir zweifeln, dass man wirklich hierauf Hoffnung aufbauen kann!

Renate Dörfel-Kelletat und Frank Dörfel, Berlin, www.palaestina-heute.de