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Funf Kinder aus Ni’lin festgenommen Drucken
Weil sie die Oliven auf dem Land ihrer Familien jenseits der Mauer pflücken wollen,
werden fünf Jungen im Alter zwischen 10 und 13 inhaftiert.

Saeed Amireh berichtet aus dem Westbankdorf Ni’lin:

Die diesjährige Olivenernte hat begonnen. Weil es immer schwieriger wird, die
Bäume regelmäßig zu pflegen, ist die Ernte bisher mager ausgefallen. Was von
Ni'lins Agrarfläche bis heute noch nicht von der Besatzung konfisziert wurde, wird
dennoch als geschlossene militärische Zone betrachtet und ist schwer zugänglich.
Mehr als 2500 Olivenbäume haben die Soldaten und Siedler seit dem Bau der
Apartheidmauer 2008 entwurzelt, zerschnitten oder verbrannt. Das hat enorme
Probleme für die Olivenindustrie des Dorfes gebracht.
Ni'lin hat zwei Raffinerien für Olivenöl und das Dorf war früher berühmt für sein Ӧl,
das zum Grossteil exportiert wurde. Die Welle von Landkonfiszierungen, die der
Besetzung der Westbank folgten, haben Ni’lin um sein Land und seine Olivenbäume
gebracht.
Viele Olivenbäume wachsen immer noch auf der anderen Seite der hohen Mauer.
Den Bauern aus Ni’lin wird nicht erlaubt, nach den Bäumen zu sehen oder die
Früchte zu pflücken; es ist eine Form der kollektiven Bestrafung des Dorfes für den
Widerstand gegen den Bau der Mauer.
Am 18. Oktober beschloss eine Gruppe von Kindern im Alter zwischen 10 und 13,
heimlich über die Mauer zu klettern, um die Oliven auf dem Land ihrer Familien zu
ernten, im Bewusstsein, dass ihre Familien es sich nicht mehr leisten können Öl zu
kaufen.
Die Kinder, Mohammed Abdullah Amireh, 13, Naser Mohammed Amireh, 12,
Abdullah Amireh, 10, Nasem Nafi, 13 und Mohammed Nidal Khawaja, 13 wurden
von israelischen Soldaten festgenommen und zum Verhör in ein Militärgefängnis
gebracht.
Als sie von den Soldaten gefragt wurden, warum sie über die Mauer geklettert
waren, antwortete Mohammed Amireh: “Wir brauchen Olivenöl und wir haben kein
Land mehr; meinem Vater wurde eine Genehmigung zur Arbeit in Israel erweigert
und er wurde festgenommen. Er ist arbeitslos und wir können uns kein Olivenöl
leisten. Wir haben keine Chance, ein normales Leben zu führen!“
Sie wurden zum Gefängnis Ofer gebracht und das Liaisonbüro der Palästinensischen
Autorität verhandelt um ihre Rückkehr.
Man kann deutlich sehen, wie Palästinas Kinder ihrer Kindheit durch die Besatzung
beraubt werden. Von früh auf werden sie dazu gezwungen, das Leben in all seinem
grausamen Unrecht zu sehen. Sie erleben Demütigungen und Festnahmen und
tragen die schweren Verantwortungen des Lebens schon im frühen Alter. Die
Besatzung zerstört nicht nur die Träume der Palästinenser, sondern auch die
Freiheit der palästinensischen Kinder zum Träumen.


Quelle:
Five kids arrested in Ni’lin village, 18. Oktober 2013;
http://www.nilin-village.org/2013/10/18/five-kids-arrested-in-nilin-village/

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