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Ist Osnabrück eine Ausnahme? Drucken

Hier konnte die Nakba-Ausstellung ohne Vorbehalte gezeigt werden

Obwohl die Vorbereitungen der Nakba-Ausstellung in Osnabrück unter dem Schatten der Auseinandersetzungen in Tübingen und anderen Städten stattfanden, ließen sich die drei Veranstalter (Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG), Erich-Maria-Remarque Friedenszentrum und die Volkshochschule Osnabrück) davon nicht beeindrucken.

In Osnabrück, der Stadt des Westfälischen Friedens, hat es lange zuvor Gespräche mit allen betroffenen Stellen gegeben. Selbst der Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) war vorab darüber informiert und der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, gebeten worden, ein Grußwort zu übermitteln. Insofern ist die Teilnahme des ersten RG-Vorsitzenden der DIG bei der offiziellen Eröffnung der Nakba-Ausstellung in Osnabrück ein Schritt, der nicht groß genug betont werden kann.  

Die bundesweit als einseitig kritisierte Wanderausstellung hatte in Osnabrück das Ziel, die Geschichte der Vertreibung der Palästinenser zu versachlichen und nicht zu provozieren. Der „Regionalgruppe Osnabrück und Umgebung“ der DPG ist es seit ihrer Gründung vor zwei Jahren gelungen, die Palästinafrage stets sachlich und mit allen relevanten Seiten zu diskutieren. In Osnabrück genießt die Regionalgruppe ein hohes Ansehen, da sie die festgefahrene Diskussion um die Verabschiedung einer gemeinsamen Osnabrücker Erklärung zum Nahostkonflikt mit den Friedensgesellschaften der Stadt und mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft erneut diskutieren und zum Abschluss bringen konnte.

Anlässlich der Gründung der RG Osnabrück und Umgebung gab es einen offiziellen Empfang im Historischen Rathaus durch den Osnabrücker Oberbürgermeister und des Landrates des Landkreises Osnabrück. Zuvor wurde Prof. Dr. Reinhold Mokrosch, ein hochgeschätzter Friedenstheologe, zweiter Vorsitzender der Regionalgruppe Osnabrück der DIG bei der konstituierenden Wahl der DPG-Regionalgruppe Osnabrück auch als zweiter Vorsitzender gewählt – Ein bundesweites Novum! Nur einige Wochen danach führten DIG und DPG eine gemeinsame Podiumsdiskussion in der UNI Osnabrück durch und konnten der Öffentlichkeit zeigen, dass es zwischen ihnen große Differenzen, aber auch gemeinsame Interessen gibt.

Im Mai 2011 werden DPG, DIG und VHS Osnabrück ein Wochenendseminar zur gesamten Problematik veranstalten. Relevante Themen des Israel-Palästina-Konfliktes werden in getrennten Räumen und parallel jeweils aus zwei Perspektiven aufgearbeitet, bevor sie im Plenum diskutiert werden.

Die große Beteiligung von über 120 Personen alleine bei der Eröffnungsfeier der Nakba-Ausstellung im kommunalen Remarque-Friedenszentrum und bei den Diskussionen im Rahmen der Ausstellung ist ein deutlicher Beleg für eine Akzeptanz unserer Arbeit. Osnabrück ist nur deshalb eine Ausnahme, weil im Vorfeld intensiv daran gearbeitet wurde.  

Für einen ernsthaften Dialog ist die eigene Identität unerlässlich. Auch die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte ist Aufarbeitung von Identität. Diesen notwendigen Prozess zu verhindern, ja sogar mit Verordnungen zu verbieten, anstatt eine kritische Diskussion zu ermöglichen, ist schädlich und geradezu kontraproduktiv. Deshalb haben wir für die Entscheidung in Düsseldorf, die Nakba Wanderausstellung auf Intervision der jüdischen Gemeinde vorzeitig abzuhängen kein Verständnis!

Nazih Musharbash

März 2011

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