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Israel verschärft den Zugang für Ausländer mit Westbankverbindungen Drucken
Israel hat seit kurzem für Ausländer mit Familien-, Arbeits-, Geschäfts- oder akademischen Verbindungen in die Westbank noch mehr Hindernisse für die Einreise aufgebaut. Es beschränkt jetzt ihre Bewegungen allein auf die Gebiete der Palästinensischen Behörde – also (nach dem Oslo-Abkommen Zone A) Es betrifft vor allem Menschen aus Ländern, die diplomatische Beziehungen mit Israel haben, hauptsächlich westliche Länder. Indem Israel diese Beschränkungen auferlegt, bricht es die Oslo-Abkommen.
Israel hat seit kurzem für Ausländer mit Familien-, Arbeits-, Geschäfts- oder akademischen Verbindungen in die Westbank noch mehr Hindernisse für die Einreise aufgebaut. Es beschränkt jetzt ihre Bewegungen allein auf die Gebiete der Palästinensischen Behörde – also (nach dem Oslo-Abkommen Zone A) Es betrifft vor allem Menschen aus Ländern, die diplomatische Beziehungen mit Israel haben, hauptsächlich westliche Länder. Indem Israel diese Beschränkungen auferlegt, bricht es die Oslo-Abkommen.

Während der letzten drei Monate haben Grenzkontrollbeamte an der Allenby-Brücke die Pässe der Besucher mit einem Visum und den zusätzlichen Wörtern abgestempelt: „Nur Palästinensische Behörde“ (PA) Beamte des Koordinators der Regierungsaktivitäten in den (besetzten) Gebieten (COGAT), die auch an der Allenby-Brücke anwesend sind, haben in einigen Fällen den Besuchern gesagt, dass sie bei der Zivilverwaltung einen Antrag stellen müssen, wenn sie die Westbank verlassen und nach Israel einreisen wollen.

Nach der Sprecherin des Innenministeriums Sabine Haddad besteht dieselbe Prozedur auch am internationalen Ben-Gurion-Flughafen, obwohl Haaretz solche Fälle noch nicht bekannt wurden. Doch Angestellte des Innenministeriums am Flughafen sind dafür bekannt geworden, von Ausländern eine Unterschrift unter eine Zusicherung zu geben, dass sie nicht ohne Genehmigung von COGAT in die PA einreisen. Beamte hatten auch Touristen vor einem Besuch in der Westbank gewarnt, und dass sie das nächste Mal über die Allenby-Brücke einreisen müssten. Haddad bestätigte, dass jeder, der in die PA-Gebiete einreisen will, über die Allenbybrücke einreisen müsste.

Aber die Praxis der Beschränkung für Besucher der PA ist noch nicht bei allen Besuchern, die über die Allenby-Brücke einreisten, angewandt worden. Hadadd lehnte es ab, Haaretz’ Fragen zu beantworten, warum diese Regel selektiv angewandt wurde, und wer über die Anwendung entscheidet.   Die Leute, denen Reisebeschränkungen auferlegt wurden und mit denen Haaretz gesprochen hat, waren Geschäftsleute und ausländische Investoren, Leute mit Verwandten in der Westbank, Universitätsdozenten und internationale Entwicklungshelfer und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Alle sind Bürger westlicher Länder.   Das PA-Gebiet umfasst nur 40% der Westbank (Zone A und B), über die die PA zivile Kontrolle ausübt. Diese Gebiete sind Enklaven/ Inseln innerhalb der Zone C, die unter voller israelischer Kontrolle stehen. Deshalb dürften diese Touristen theoretisch nicht eine Enklave verlassen, um in eine andere zu kommen oder das Jordan-Tal oder die andere Seite der Mauer betreten.

Als B. Haddad gefragt wurde, ob die Beschränkungen zur „ nur PA“ also Zone A und B gilt, sagte sie: „Weil dieses Problem einen Armee-Passierschein beinhaltet, muss die Armee angefragt werden. Der IDF-Sprecher sagte, die Frage muss dem Verteidigungsministerium vorgelegt werden ( Bei diesen Fragen gibt es offensichtlich ein Gerangel zwischen den Ministerien und COGAT ER) ….Eine andere Frage bleibt unbeantwortet, ob Rechtsexperten im Innen- und Verteidigungsministerium sich der Tatsache bewusst ist, dass die von Israel festgelegten Reisebeschränkungen eine Verletzung des Interim-Abkommens von 1995, also dem Oslo II-Abkommen ist. Dieses stellt fest, dass Bürger aus Ländern mit diplomatischen Verbindungen zu Israel mit ihrem israelischen Visum und einem gültigen Reisepass in die Westbank und den Gazastreifen einreisen dürfen.

Nach der Sprecherin des Innenministerium gründet sich die neue Prozedur auf eine Entscheidung von 2006 durch den Innen- und Verteidigungsminister (Roni Bar-On bzw. Amir Peretz), dass jeder Ausländer, der in die „PA-Gebiete“ reisen will, eine Genehmigung von der Armee haben muss – und die Einreiseerlaubnis ist nur für das PA-Gebiet. Aber Haddad verweigerte auf Anfrage von Haaretz eine Kopie des Textes mit der Entscheidung zu geben . Und der Sprecher des Verteidigungsministeriums Shlomo Dror antwortete auf solch eine Anfrage überhaupt nicht.   Anfang 2006 annullierte Israel eine Regel, die Jahrzehnte lang Gültigkeit hatte, nach der es Besuchern palästinensischer Herkunft - oder auch nicht - erlaubt war, mit einem Touristenvisum die palästinensischen Gebiete zu besuchen, dort zu leben und zu arbeiten und aber alle drei Monate das Visum erneuern mussten. Danach begann Israel, Tausende von Leuten, einschließlich Geschäftsleuten, Investoren, Studenten, Uni-Dozenten, Ehepartner von Palästinensern an der Einreise zu hindern. Mehrere dieser Leute eröffneten eine internationale Kampagne gegen diese Einschränkungen. Ausländische Botschaften protestierten und sogar die damalige US-Außenministerin Condoleeza Rice äußerte Kritik.

Auf Grund dieses Druckes nahmen das Innen- und Verteidigungsministerium diese Einschränkungen im Dezember 2006 wieder zurück und COGAT wurde gesagt, es solle die Prozeduren revidieren. Doch der Text der Prozeduren, der am 28. Dezember 2006 an die PA geschickt wurde und ein Brief des Außenministerium an die ausländischen Botschaften und Konsulate am 5. März 2007 enthüllte, dass Israel eine neue Restriktion geschaffen hat: Die Einreise in die Westbank wird in Zukunft von der Einwilligung des Militärkommandanten abhängen … der ausländische Besucher wird angewiesen werden, die Einwilligung in seinem/ihren Pass zu bewahren.

Im Gegensatz zu Haddads Antwort jedoch steht in dem Text, dass das in Frage kommende Gebiet nicht das „PA-Gebiet“ ist, sondern „die Westbank“. Und keines dieser Dokumente erklärt, dass die Einreise nach Israel verboten sei oder zusätzliche bürokratische Schritte erforderlich seien.   Die neue Prozedur sperrt tatsächlich viele Touristen und Besucher ein und diskriminiert sie, verglichen mit denen, die keine Verbindungen zur palästinensischen Gemeinschaft haben und deren Hauptziel nicht die Westbank ist (Israel hat die Anzahl der Ausländer, denen es erlaubt ist, in den Gazastreifen einzureisen seit dem Auszug der Siedler im August 2005 auf ein Minimum reduziert). Die Absperrung ist seit Januar 1991zu einem Dauerzustand in den besetzten Gebieten geworden, als Israel den Palästinensern verbot, sein Gebiet ohne einen Passierschein von der Zivilen Verwaltung zu betreten.
Amira Hass

Amira Hass ist die einzige israelische Journalistin, die einzige Journalistin weltweit, die den Alltag der Palästinenser lebt, über den sie schreibt. Amira Hass arbeitet für die linksliberale Tageszeitung Ha'aretz.  
 

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