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Drei Fragen an … Mustafa al-Kurd Drucken

Mustafa al-Kurd ist seit 1967 palästinensischer Liedermacher und Musiker. Außerdem ist er der Direktor des Jerusalem Center for Arabic Music. Neben seiner aktuellen CD „al-Madah“ („Der Lobsänger“) entsteht derzeit ein weiteres Album mit Gedichten Mahmud Darwishs, vertont von Mustafa al-Kurd.

Worum geht es in Deinem aktuellen Album mit palästinensischen Liedern?
Das Album heißt „al-Madah“. In diesen Liedern, im Text wie in der Musik, zeichne ich Bilder der Erinnerung an meine Heimatstadt Jerusalem, wie sie früher einmal war. Die Bilder der Erinnerung wecken den Schmerz über die Gegenwart, sind damit wie ein Stachel, der den Hörer notwendig auf die Zukunft verweist und die Herausforderungen der Zukunft deutlich macht. Das Engagement des Hörers ist damit gefordert.

Wann wird es erscheinen und wo kann man es bekommen?
Das Album sollte bis spätestens Jahresende erschienen sein. Es kann in Jerusalem und im Westjordanland in einschlägigen Läden gekauft werden und wird außerdem über Sacco und Vanzetti in der Schweiz vertrieben.

Du lebst im Land. Welche Eindrücke und Erfahrungen spiegeln sich in „al-Madah“ wider?
Für mich als Jerusalemer (ich bin in der Altstadt, nahe am Damaskustor, geboren) ist das Leben hier und heute zuerst und vor allem von Bitterkeit geprägt: Bitterkeit über unser Versagen den Herausforderungen der israelischen Besatzung gegenüber. Der Alltag ermüdet, das heißt, es ist schon schwierig für uns hier, vom Morgen bis zum Abend durchzuhalten. Wir sind, so denke ich, am Beginn einer Periode (die historischen Charakter hat), in der es für uns Palästinenser immer weiter nach unten geht. Nichts - so stellt es sich mir dar - wird sich in absehbarer Zukunft für uns zu einem Besseren wenden. Uns wird gleichsam der Boden unter den Füßen weggezogen, unsere Geschichte, unsere Traditionen, unsere Kultur werden uns entzogen, "begraben". Nichts scheint mehr bleiben zu dürfen, geduldet zu werden von unserer arabisch-islamisch-christlichen Kultur und Tradition, die ja gerade Jerusalem in so besonderem Maße geprägt hat in der Vergangenheit. Mein Album soll das, was jetzt zerstört und uns genommen wird, irgendwie am Leben erhalten und für die Zukunft retten.

(Interview von Anis für DPG, 01.11.2008)

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